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Pressemitteilung und Brief an alle Mitglieder des DDV e.V.

Mit dem heute versendeten Brief an alle Mitglieder, insbsondere den angehörigen Landesverbänden und Vereinen des DDV, wurden die Entscheidungen bzw. Ausblicke für die Zukunft des Drachenbootsports in Deutschland offiziell bekannt gegeben. Nachfolgend ist die Mitteilung abgedruckt.

Brief an alle Mitglieder

Drachenbootsport in Deutschland – wie geht es weiter?

Werte Mitglieder,
Hallo Freunde des Drachenbootsportes,

im Namen des Vorstandes möchte ich euch alle noch einmal zu euren erbrachten Leistungen bei der 3. Gemeinsamen DDM des DDV und DKV herzlich beglückwünschen.

Gleichzeitig gilt auch unser Dank dem Ausrichter, der KRG Schwerin und deren ehrenamtlichen Helfern.

Grund dieses Schreibens ist, euch einen Überblick über die Inhalte und Ergebnisse der Gespräche zwischen DDV und DKV zu geben. Mitglieder der Vorstände beider Verbände haben sich mehrfach in Schwerin vor und während des Meisterschaftswochenendes getroffen. Dabei ging es darum, nach dem letzten Treffen in Berlin Anfang des Jahres nochmals auszuloten, wie eine zukünftige Zusammenarbeit aussehen kann.

Nach intensiven Gesprächen wurde eine Übereinkunft getroffen, die unserer Meinung nach im Sinne aller Drachenbootsportler steht. Aber der Reihe nach:

In 2015 wird es keine 4. Gemeinsamen DDM unter diesem Titel mehr geben.

Wir waren vom DKV vor die Wahl gestellt, den Deutschen Drachenbootverband in den DKV zu integrieren und danach aufzulösen oder es wird keine gemeinsame nationale Meisterschaft mehr geben. So konnte unserer Meinung nach die Entscheidung nur so fallen.

Der DKV vertritt folgenden Standpunkt:
Der Vorstand des DKV erwartet, dass nach drei Jahren der Zusammenarbeit als ein weiterer in Richtung Fusion angemessener Schritt der Beitritt des DDV in den DKV realisiert wird. Das DKV-Ressort Drachenboot sollte dann komplett durch unseren Verband aufgrund der qualitativen Mehrheit geführt und geleitet werden. Die Umsetzung sollte in einem noch auszuarbeitenden Vertragswerk geregelt werden. Dieser Beitritt in der vom DKV vorgeschlagenen Form würde angesichts des geltenden Vereinsrechts allerdings die Auflösung des DDV nach sich ziehen.

Das Ziel des DKV besteht vor allem darin, auch für die DKV-Teams Startplätze bei den Meisterschaften von EDBF und IDBF besetzen zu können.

Unser Standpunkt dazu:
Für uns als DDV steht die Eigenständigkeit und Souveränität des DDV außer Frage. Eine Auflösung kommt für uns, vor allem gemäß dem eindeutigen Votum unserer Mitglieder auf den Jahreshauptversammlungen der letzten Jahre, in keiner Weise in Betracht.

Wir haben vor diesem Hintergrund unseren mehrmals vorgetragenen Vorschlag – Beibehaltung des Status Quo für den DDV – wiederholt und als einzige Möglichkeit beschrieben, den Drachenbootsport in Deutschland einheitlich und in seiner Gesamtheit allen Sportlern anzubieten. Zu diesem Zweck schlugen wir den Abschluss einer Kooperationsvereinbarung vor, in der unter anderem die Durchführung der Deutschen Meisterschaften, aber auch die Organisation der Nationalmannschaften für alle Klassen geregelt werden sollten. Allen muss klar sein, an internationalen Meisterschaften können nur Sportler bzw. Teams teilnehmen, die dem nominierenden bzw. entsendenden Verband angehören.

Der DDV als eigenständiger Verband würde die Mitgliedschaft im DKV mit Sonderstatus erhalten, mit dem Effekt der Mitgliederzusammenführung und der jährlichen Gesamtmeldung der Mitgliederstatistik an den DKV. So würde der DKV alle Drachenbootsportler in ihrer Mitgliederstatistik erfassen und ausweisen können, der DDV wäre als eigenständiger Verband aber weiterhin präsent. In dem Rahmen ist es dann möglich, die Interessen aller Drachenbootsportler in Deutschland einheitlich zu vertreten.

Diese beiden teilweise sehr gegensätzlichen Standpunkte stehen weiterhin offen im Raum. Dennoch sind sich beide Verbandspitzen einig darüber und dessen bewusst, dass die Sportler weiterhin an gemeinsamen bzw. gesamtdeutschen Meisterschaften interessiert sind.

Beide Verbände waren sich insofern einig, dass die Durchführung einer gemeinsamen DDM aus heutiger Sicht so nicht mehr zu realisieren ist. In der Vorbereitung und Umsetzung gab und gibt es weiterhin zu viele Reibungspunkte und unterschiedliche Auffassungen. Die Philosophie bei der Abwicklung von Meisterschaften ist bei beiden Verbänden zu weit voneinander entfernt. Die zwingend erforderliche Verbesserung der Situation wird kurzfristig nicht gesehen.

Weitere Gespräche während des Meisterschaftswochenendes hatten dann folgendes Ergebnis:

  • Der DKV wird in 2015 die Deutsche Drachenboot-Langstreckenmeisterschaft ausrichten. Termin und Ort stehen bereits fest.
  • Der DDV wird in 2015 die Deutschen Drachenbootmeisterschaften ausrichten. Brandenburg 27. + 28. Juni 2015
  • Beide Meisterschaften werden verbandsoffen ausgeschrieben.

Diese Übereinkunft wurde in Schwerin bei der Verabschiedung am Sonntagabend, 23.06., durch den Ressortleiter Drachenboot des DKV, Dr. Günter Renschin und dem Vizepräsident des DDV, Jörg Froitzheim verkündet.

Die DDM 2014 ist nun Geschichte und die ersten sportorganisatorischen und inhaltlichen Analysen liegen vor. Wir als DDV haben uns Gedanken über mögliche Veränderungen in der künftigen Konzeption der Deutschen Drachenbootmeisterschaften gemacht. Folgende Ideen liegen vor und bedürfen der Diskussion:

  1. DM an zwei Tagen
  2. Neben den Standard- und Qualifikationsdistanzen 200 und 500m, auch andere Distanzen anbieten. Dabei einen anderen Wettkampfmodus einführen und testen.
  3. Das Thema, beide Bootstypen (Small- und Standard-Boot) auf einer gemeinsamen Meisterschaft anzubieten oder in getrennte Veranstaltungen auszutragen, ist zu diskutieren und zu entscheiden.

Selbstverständlich werden wir weiterhin an der Souveränität unseres Verbandes festhalten und alles Erforderliche zu dessen Stärkung unternehmen. Allerdings sind wir auch auf die Mitwirkung aus den eigenen Reihen angewiesen. Die Teilnahme einiger aktiver Sportler an der Podiumsdiskussion in Schwerin zeigte uns auch, dass das Interesse groß ist, jedoch die Möglichkeit bzw. Bereitschaft der konkreten Mitarbeit noch zu zögerlich wahrgenommen wird. So sind wir dankbar für euer Feedback und gespannt auf eure konstruktiven Hinweise.

Sportliche Grüße

im Original gez. Stefan Hahlweg
Präsident

 

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